Suttrop
Suttrop liegt in Mitten eines "4-Strom Landes": im Norden der Möhne, im Süden der Ruhr, im Westen der Wäster/Wester und im Osten der Lörmecke/Glenne eingebettet gelegen als Ortsteil der Stadt Warstein, Kreis Soest im Sauerland.
Schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte, das bezeugen Funde von Werkzeugen, war das Gebiet rund um das heutige Suttrop von Menschen besiedelt.
Viele Jahrhunderte blieb das heutige Suttrop eine landwirtschaftlich ausgeprägte Dorfgemeinschaft ohne eine geographische Mitte, das sich aus mehreren einzelnen Höfen zusammensetzte.
Dazu gehören die Bohnenburg, die Wüstung Stötenburg, und dem Gut Hoesch im Bereich des heutigen am heutigen Plasskamps. Die meisten dieser Siedlungen verschwanden oder wurden erheblich kleiner, einzig die Siedlung am Plasskamp entwickelte sich zum heutigen Ortsteil Suttrop.
Andere Namensgebungen in Gründerzeiten lautete „Suth-Thorp“
Suttrop wurde im 13. Jahrhundert nicht wie den Nachbarorten Warstein, Belecke, Kallenhardt und Rüthen die Stadtrechte verliehen, sondern es blieb ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, das sich aus vielen einzelnen Höfen zusammensetzte.
Erst mit dem Bau einer Kapelle 1322 begann die Kirchengeschichte des Orts. Nächster Meilenstein war der Bau einer Kirche 1710. Eine erste Industrialisierung erfolgte 1739 durch die Errichtung der ersten Eisenhütte im Ort, 1881 wurde die Arbeit mit Hochöfen eingestellt und der Betrieb auf die Eisenverarbeitung umgestellt. Aber auch die Steinindustrie ist geschichtlich bedeutend, denn in näherer Umgebung des Dorfes gibt es große Kalksteinvorkommen (sog. mitteldevonischer Massenkalk). Viele Arbeitsplätze brachte auch die zwischen 1903 und 1905 errichtete psychiatrische Einrichtung, die heute unter dem Namen LWL-Klinik Warstein bekannt ist, am Suttroper Ortsausgang in Richtung Warstein gelegen.
1907, Suttrop war mittlerweile stark gewachsen, wurde die Kirche ausgebaut und bekam seinen bis heute prägenden Kirchturm. Sehenswert ist das außerhalb von Suttrop liegende und im späten Mittelalter erbaute Schloss Körtlinghausen.
Auch das restaurierte Haus Steinrücken mit nahe liegenden Quellbereich ist sehenswert.
Der Diamantenpfad ist einen Besuch wert und bei dem angrenzenden Kalkofen lässt sich die Geschichte des Kalkbrennens erforschen.
Mittelpunkt des Vereinslebens ist die Hubertushalle, die zugleich die geografische Mitte vom modernen Suttrop darstellt.
SUTTROP (Warstein)
1280-1285 I molendinum ap. Suttorpe (SUB II Nr. 551 S. 109)
1300 in perrochia Setdorp (WUB VII Nr. 2589 S. 1246)
1313 II hob. in Suttorp (SUB II Nr. 556 S.126)
um 1338 VII iugera apud Suttorp b.f. (SUB II Nr. 665 S. 276)
1379 (A. um 1448) 2 mans. in Suttorpp (SUB I Nr. 484 S. 614 Anm.)
1421 (A. um 1448) dimid. decime in Suttorppe (SUB I Nr. 484 S. 640 Anm.)
1536 Suttorff (SchRegHW 1 S. 99)
1541 [zu] Suttorf [vor Warstein] (Hömberg, Geschichtliche Nachrichten 3 S. 56f.)
1543 Suttorpf (SchRegHW 2 S. 122)
1543 Suttorff (SchRegHW 2 S. 122)
1565 (A. 1567) Suttrop (SchRegHW 1 S. 99)
1573 [in] Suttorp (Hömberg, Geschichtliche Nachrichten 3 S. 58f.)
1594 [in] Suttrop (Hömberg, Geschichtliche Nachrichten 3 S. 62)
I. Die Datierung von SUB II Nr. 551 folgt Hömberg, Wallburgen S. 256 Anm. 37.
II. Viegener, Waldmastgenossenschaften S. 128 deutet den Namen als „das Süd-Dorf“. Jochum-Godglück, Orientierte SiedlungsN Nr. 551 S. 363 führt den Namen unter den ON auf -dorf (diese in Verbindung mit der Himmelsrichtung Süden zusammengestellt S. 355ff.).
III. Bildung mit dem GW -dorp und as. s5th, mnd. s5den ‘Süden’ (in Komposita auch als s5t-) mit orientierender Funktion im Sinne von ‘südlich gelegen’ als BW. So ist, mit Viegener, von einer Deutung als ‘südlich gelegenes Dorf’ auszugehen.
Die Orientierung kann Bezug nehmen auf die Lage südl. der Möhne oder südl. des Kuckucksbergs. Eine in ähnlicher Weise gebildete Entsprechung als nördlich(er) gelegenes Dorf gibt es nicht.
Das Zusammentreffen von -d-/-t(h)- (BW) und -d-/-t(h)- (GW) hat schon früh zur Schreibung -tt- geführt. Die Vokallänge des BW spiegelt sich in der Schreibung -e-.
Heutige Vokalkürze entstand durch Stellung in geschlossener Silbe.
Nur in einigen Belegen des 16. Jh. erscheinen vom Hdt. beeinflußte Endungen des GW (-f, -ff, -pf). Die Metathese von -r- trat erst im 16. Jh. ein, hat sich dann aber zur heutigen Form verfestigt.
Deutung: ‘südlich gelegene Siedlung’.
