Glocken
* **Erster Weltkrieg (1917) & Die schweigende Marienglocke:** Im Ersten Weltkrieg mussten Glocken für Rüstungszwecke abgegeben werden. **1917** wurden die Johannes- und die Josephs-Glocke abgenommen. Die mittlere Marienglocke von 1907 blieb jedoch wegen ihrer **„außerordentlichen Tonfülle“** vor dem Abtransport verschont und diente bis 1925 als einzige verbliebene Glocke im Turm.
* **Das neue Dreiergeläut (1925):** Am Weihnachtsfest **1925** konnte das traditionelle dreistimmige Geläut wiederhergestellt werden. Die **Glockengießerei Junker und Edelbrock** aus Brilon goss zwei neue Glocken, gestimmt auf **fis'** und **h'**:
* Die neue **St. Johannes-Glocke**.
* Die **St. Josephs- und Kriegergedächtnisglocke**, gewidmet den Gefallenen des Weltkriegs.
* **Zweiter Weltkrieg (1942):** Erneut forderte der Krieg die Glocken. **1942** mussten die St. Johannes-Glocke und die St. Marien-Glocke abgeliefert werden. Lediglich die bronzene Josephs-Glocke von 1925 verblieb im Turm.
* **Das heutige Bochumer Stahlgeläut (1952):** Nach dem Krieg wurde der Wunsch nach einem neuen, langlebigen Geläut laut. Es entstand ein kraftvolles **Stahlgeläut** in den Werkstätten des **Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation**, das am **Pfingstsonntag 1952** geweiht wurde. Mit einem Gesamtgewicht von **2.160 kg** bildet es das bisher schwerste Geläut in der Geschichte der Pfarrkirche. Die Glocken tragen wieder die traditionellen Namen:
* **Große St. Johannes-Glocke:** Gestimmt auf den Ton **dis'**.
* **St. Marien-Glocke:** Gestimmt auf den Ton **fis'**.
* **St. Josephs-Glocke:** Gestimmt auf den Ton **gis'** (den Gefallenen und Vermissten gewidmet).
* *Verbleib der alten Glocke:* Die bronzene Josephs-Glocke von 1925, die den Krieg überstanden hatte, wurde an die Kirche in **Hünsborn bei Olpe** abgegeben.
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### Weitere Glocken der Pfarrkirche
* **Die Dachreiter-Glocke:** Auf dem Dachreiter von St. Johannes Enthauptung befindet sich eine kleine **Meß- oder Kleppglocke** ohne Inschrift, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Diese wurde seinerzeit vom damaligen Pfarrer Josef Boule, einem gebürtigen Suttroper, erstanden.
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### Lebendiges Brauchtum: Glockenverse und „Die schweigenden Glöckner“
Rund um das Läuten der Glocken in Suttrop entwickelte sich über Generationen hinweg ein reiches Brauchtum:
* **„Die schweigenden Glöckner von St. Johannes“:** Das anstrengende Läuten per Hand wurde traditionell von Männern aus der Gemeinde verrichtet – überliefert ist die Arbeit von **Franz Mues** und dem Bäcker **Friedrich Düchting**. Sie wurden im Dorf ehrfürchtig auch „Bron“ (Baron) genannt, nachempfunden dem tiefen Klang der großen Glocke. Der Beiname „schweigende Glöckner“ rührte daher, dass sie während der schweren körperlichen Arbeit im Turm schwiegen und die Auffassung vertraten, dass private Gespräche in der Kirche grundsätzlich zu unterbleiben hätten.
* **Der Rhythmus des Totengeläuts:** Beim Läuten für Verstorbene der Gemeinde zogen die Glöckner die Seile im Wechsel – zwei Schläge an die mittlere, ein Schlag an die kleine Glocke, begleitet vom tiefen Klang der Johannes-Glocke. Dieser Rhythmus wurde von der Dorfbevölkerung sprachlich mit einem plattdeutschen Spruch begleitet:
> *„Hei ist däot, hä blitt däot, d’e spart sik dat Wittbräot!“*
> *(„Er ist tot, er bleibt tot, er spart sich das Weißbrot!“)*
* **Glockenreime zum Gottesdienst:** Auch der normale Ruf zur Messe wurde im Volksmund gern gereimt:
> *„Bim, bam, l’aolamm, treck dick an un kumm dann...!“*
> *(„Bimm, bamm, Lamm, zieh dich an und komm dann...!“)*
* **Charakteristische Glockenverse:** In älterer Zeit waren im Wechselspiel mit den Warsteiner Nachbarglocken folgende Verse bekannt:
> *„Bu de Hütten topp, bu de Hütte tauf – da geht der Weg nach Suttrop“*
> sowie das auf den Kirchenpatron gemünzte: *„Johannes ohne Kopp is Patron von Suttrop“*.
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### Ergänzung: Glocken der Elisabethkirche und der Treise-Kapelle
Die sakrale Landschaft Suttrops umfasst auch die Gebäude im Park der Westfälischen Kliniken, die ebenfalls eigene Glockengeschichten besitzen:
* **Die Elisabethkirche:** Die 1907 vollendete Kirche verlor ebenfalls in beiden Weltkriegen jeweils beide Glocken. Das heutige Geläut wurde **1949** von der **Firma Junker in Brilon** gegossen. Die beiden Glocken heißen **„Christus, Heil der Kranken“** und **„Elisabeth“**.
* **Die Treise-Kapelle (St. Aloysiuskapelle):** Das älteste Gebäude auf dem Anstaltsgelände besaß ein kleines **„Glöcklein“**. Es ist überliefert, dass dieses Glöcklein früher stets dann geläutet wurde, wenn an der nahen Hütte der **Abstich eines Hochofens** erfolgte.
Die Historische Entwicklung des Hauptgeläuts von St. Johannes Enthauptung
Die Glocken im Turm von St. Johannes Enthauptung blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die von Zerstörung, Erneuerung und den Auswirkungen der beiden Weltkriege geprägt ist:
Frühe Nachweise (17. & 18. Jahrhundert):
Bereits seit dem 17. Jahrhundert besaß die Pfarrgemeinde zwei geweihte Glocken im Turm. Ein Verzeichnis der Pfarrei aus dem Jahr 1729 bestätigt ausdrücklich die Existenz dieser zwei Glocken.
Das dreistimmige Bronzegeläut (1849–1860):
Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte die Pfarrkirche über ein Geläut aus drei Glocken. Die größte und die kleinste Glocke wurden 1849 gegossen. Nach einem Sprung der kleineren Glocke wurde diese 1855 neu gegossen. Im Jahr 1860 erfolgte schließlich ein Umguss durch die renommierte **Glockengießerei Heinrich Humpert** in Brilon.
Danach setzte sich das Geläut wie folgt zusammen:
Große Glocke: Gestimmt auf den Ton fis', dem Kirchenpatron St. Johannes Enthauptung geweiht.
Mittlere Glocke: Gestimmt auf den Ton a'.
Kleine Glocke: Ursprünglich der Muttergottes geweiht, wurde sie bei der Erneuerung 1860 auf den Namen hl. Joseph getauft.
Zerspringen und Neuguss der Marienglocke (1907):
Nachdem die mittlere Glocke (die vermutlich noch aus der Barockzeit stammte) zersprang, wurde sie 1907 ebenfalls bei Humpert in Brilon neu gegossen. Sie wurde auf den Namen „Jungfrau und Gottesmutter Maria“ (Marien-Glocke) geweiht.
* **Erster Weltkrieg (1917) & Die schweigende Marienglocke:** Im Ersten Weltkrieg mussten Glocken für Rüstungszwecke abgegeben werden. **1917** wurden die Johannes- und die Josephs-Glocke abgenommen. Die mittlere Marienglocke von 1907 blieb jedoch wegen ihrer **„außerordentlichen Tonfülle“** vor dem Abtransport verschont und diente bis 1925 als einzige verbliebene Glocke im Turm.
* **Das neue Dreiergeläut (1925):** Am Weihnachtsfest **1925** konnte das traditionelle dreistimmige Geläut wiederhergestellt werden. Die **Glockengießerei Junker und Edelbrock** aus Brilon goss zwei neue Glocken, gestimmt auf **fis'** und **h'**:
* Die neue **St. Johannes-Glocke**.
* Die **St. Josephs- und Kriegergedächtnisglocke**, gewidmet den Gefallenen des Weltkriegs.
* **Zweiter Weltkrieg (1942):** Erneut forderte der Krieg die Glocken. **1942** mussten die St. Johannes-Glocke und die St. Marien-Glocke abgeliefert werden. Lediglich die bronzene Josephs-Glocke von 1925 verblieb im Turm.
* **Das heutige Bochumer Stahlgeläut (1952):** Nach dem Krieg wurde der Wunsch nach einem neuen, langlebigen Geläut laut. Es entstand ein kraftvolles **Stahlgeläut** in den Werkstätten des **Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation**, das am **Pfingstsonntag 1952** geweiht wurde. Mit einem Gesamtgewicht von **2.160 kg** bildet es das bisher schwerste Geläut in der Geschichte der Pfarrkirche. Die Glocken tragen wieder die traditionellen Namen:
* **Große St. Johannes-Glocke:** Gestimmt auf den Ton dis'.
* **St. Marien-Glocke:** Gestimmt auf den Ton fis´.
* **St. Josephs-Glocke:** Gestimmt auf den Ton gis (den Gefallenen und Vermissten gewidmet).
* *Verbleib der alten Glocke:* Die bronzene Josephs-Glocke von 1925, die den Krieg überstanden hatte, wurde an die Kirche in Hünsborn bei Olpe abgegeben. Diese wurde seinerzeit vom damaligen Pfarrer Josef Beule, einem gebürtigen Suttroper, erstanden.
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Weitere Glocken der Pfarrkirche
* **Die Dachreiter-Glocke:** Auf dem Dachreiter von St. Johannes Enthauptung befindet sich eine kleine **Meß- oder Kleppglocke** ohne Inschrift, die aus dem 19. Jahrhundert stammt.
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### Lebendiges Brauchtum: Glockenverse und „Die schweigenden Glöckner“
Rund um das Läuten der Glocken in Suttrop entwickelte sich über Generationen hinweg ein reiches Brauchtum:
* **„Die schweigenden Glöckner von St. Johannes“:** Das anstrengende Läuten per Hand wurde traditionell von Männern aus der Gemeinde verrichtet – überliefert ist die Arbeit von **Franz Mues** und dem Bäcker **Friedrich Düchting**. Sie wurden im Dorf ehrfürchtig auch „Bron“ (Baron) genannt, nachempfunden dem tiefen Klang der großen Glocke. Der Beiname „schweigende Glöckner“ rührte daher, dass sie während der schweren körperlichen Arbeit im Turm schwiegen und die Auffassung vertraten, dass private Gespräche in der Kirche grundsätzlich zu unterbleiben hätten.
* **Der Rhythmus des Totengeläuts:** Beim Läuten für Verstorbene der Gemeinde zogen die Glöckner die Seile im Wechsel – zwei Schläge an die mittlere, ein Schlag an die kleine Glocke, begleitet vom tiefen Klang der Johannes-Glocke. Dieser Rhythmus wurde von der Dorfbevölkerung sprachlich mit einem plattdeutschen Spruch begleitet:
> *„Hei ist däot, hä blitt däot, d’e spart sik dat Wittbräot!“*
> *(„Er ist tot, er bleibt tot, er spart sich das Weißbrot!“)*
* **Glockenreime zum Gottesdienst:** Auch der normale Ruf zur Messe wurde im Volksmund gern gereimt:
> *„Bim, bam, l’aolamm, treck dick an un kumm dann...!“*
> *(„Bimm, bamm, Lamm, zieh dich an und komm dann...!“)*
* **Charakteristische Glockenverse:** In älterer Zeit waren im Wechselspiel mit den Warsteiner Nachbarglocken folgende Verse bekannt:
> *„Bu de Hütten topp, bu de Hütte tauf – da geht der Weg nach Suttrop“*
> sowie das auf den Kirchenpatron gemünzte: *„Johannes ohne Kopp is Patron von Suttrop“*.
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### Ergänzung: Glocken der Elisabethkirche und der Treise-Kapelle
Die sakrale Landschaft Suttrops umfasst auch die Gebäude im Park der Westfälischen Kliniken, die ebenfalls eigene Glockengeschichten besitzen:
* **Die Elisabethkirche:** Die 1907 vollendete Kirche verlor ebenfalls in beiden Weltkriegen jeweils beide Glocken. Das heutige Geläut wurde **1949** von der **Firma Junker in Brilon** gegossen. Die beiden Glocken heißen **„Christus, Heil der Kranken“** und **„Elisabeth“**.
* **Die Treise-Kapelle (St. Aloysiuskapelle):** Das älteste Gebäude auf dem Anstaltsgelände besaß ein kleines **„Glöcklein“**. Es ist überliefert, dass dieses Glöcklein früher stets dann geläutet wurde, wenn an der nahen Hütte der **Abstich eines Hochofens** erfolgte.
